Burnout - Wege aus der Erschöpfung und zu neuer Lebensfreude finden

Fühlen Sie sich ständig müde und nach den Ferien nicht erholt? Sind sie reizbar, ungeduldig und leiden unter unerklärlichen Schmerzen und quälenden Schlafstörungen? Und obwohl Sie an sich ein psychisch gesunder Mensch sind, entgleitet Ihnen mehr und mehr die Kontrolle über den Alltag, sodass Sie bald nicht mehr wissen wie Sie ihn bewältigen sollen?

 

Dann leiden Sie möglicherweise unter dem Erschöpfungssyndrom Burnout. Hier finden Sie einige nützliche Informationen und Hinweise zum Thema, für die Diagnose lassen Sie sich am besten von einer psychologischen oder ärztlichen Fachperson beraten.

 

Lesen Sie hier kurze Einträge zu den wichtigsten Stichworten zu Ursachen, Symptome und Therapie des Erschöpfungssyndroms:

 

Definition - Ein Burnout, was ist das?

Burnout bedeutet eine umfassende physische und psychische Erschöpfung. In der Regel ist ein Bezug zur Arbeit, Schule oder Studium gegeben und häufig treten die Symptome zuerst in diesen Bereichen auf. Bei zunehmender Erschöpfung greifen sie jedoch auch auf andere Lebensbereiche, die Familie und die Partnerschaft über. 

 

Burnout ist ein Syndrom mit Krankheitswert, aber keine psychische Störung wie Depression oder Schizophrenie. Wird ein Burnout nicht behandelt kann es in eine anhaltende Erschöpfungsdepression münden. 

 

Ursachen eines Burnouts

Chronischer Stress über längere Zeit, der nicht mehr bewältigt werden kann, ist die Hauptursache. Meistens ist es im Laufe dieser Phase der Überlastung über Monate und Jahre auch zu bedeutenden Enttäuschugen, Frustrationen und Rückschlägen gekommen. Sei es durch Mobbing, schlechtes Arbeitsklima, nicht Bestehen einer oder mehreren Prüfungen, Zeit- und Leistungsdruck und gleichzeitig mangelnde Anerkennung durch den Arbeitgeber. Kommen dann noch Ereignisse im Privatleben zum Beispiel, Krankheit oder Todesfall eines Familienmitglieds hinzu, ist irgendwann keine Erholung mehr möglich und so kann es zu einem Burnoutprozess kommen.

 

Verlauf - Wann fängt es an, wann hört es auf?

Burnout ist ein Prozess der zunehmenden Erschöpfung, kein statischer Zustand. Auch wenn der Beginn bei der Diagnose meist Jahre zurückliegt, können Betroffene in der Regel relativ genau sagen, wann es begonnen hat.

 

Es werden drei Phasen unterschieden:

 

Phase 1

Ueberhöhter Energieeinsatz- zu wenig Erholung. Stress kann nicht mehr kompensiert werden. Enttäuschung/Ziele können nicht erreicht werden oder Umfang ist einfach zu gross. Stress in mehreren Lebensbereichen.

 

Phase 2

Rückzug, nur noch Kontakt mit Kollegen von der Arbeit, soziales Umfeld und Familie werden vernachlässigt. Arbeitet verbissen weiter trotz Symptomen.

 

Phase 3

Zusammenbruch, Verzweiflung, kann in eigentliche Depression münden.

 

Grundsätzlich gilt je früher eine Behandlung einsetzt und die Notbremse angezogen wird, desto besser und schneller der Heilungsprozess. Umgekehrt kann es sehr lange dauern bis eine Erholung und Rückkehr in den Alltag möglich ist, wenn die Behandlung erst in der letzten Phase beginnt.

 

Symptome - Woran erkenne ich ein Burnout?

Ein wichtiger Warnhinweis ist das  Nicht mehr abschalten können oder nur noch mit chemischen Hilfsmitteln (Alkohol, Drogen, Medikamente) abschalten können. Sich nie mehr erholt fühlen, auch nicht nach den Ferien ist ein weiteres Symptom

 

Lustlos, reizbar, ungeduldig, sich nicht mehr in andere einfühlen können, sich zurückziehen, ständig müde, Schlafstörungen, Schmerzen, sind weitere mögliche Symptome.

 

Aber Achtung: Burnout ist ein Syndrom, das heisst es kommen immer mehrere dieser Symptome zusammen, damit wirklich von einem Burnout gesprochen wird, eines allein genügt nicht und die Abgrenzung zu einer Depression ist zu beachten.

 

Wer ist betroffen?

Burnout wurde ursprünglich in den helfenden Berufen und im Management beobachtet, dann kamen Lehrer, Dienstleistungsberufe allgemein, Künstler, Studenten, Berufsanfänger, Arbeitslose und Hausfrauen dazu.

Kurz: alle können von einem Burnout betroffen sein, unabhängig von Alter und Beruf, auch Jugendliche und junge Erwachsene können von Burnout betroffen sein.

 

Therapie - Was kann ich dagegen tun, wer kann mir helfen dabei?

Der erste Schritt ist zu akzeptieren, dass es so nicht mehr weitergehen kann und meistens ist es auch nötig fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

 

In einer Standortbestimmung - was brauche ich jetzt am meisten? - können die nötigen Schritte besprochen werden. In der Regel braucht es eine Auszeit und therapeutische Begleitung zur gründlichen Erholung.

 

Bei Kurswechsel arbeiten wir mit Gesprächen und Hypnosetherapie die Entstehungsgeschichte auf und erarbeiten neue Möglichkeiten zur Stressbewältigung mit Hilfe von Selbsthypnose und Autogenem Training. Ungünstige Erwartungen und Einstellungen sich selbst gegenüber können erkannt und verändert werden. Das Erleben von Lebensfreude und Energie wird wieder möglich.

 

Prävention

Sich regelmässige Auszeiten nehmen, in denen kein Kontakt zur Arbeit besteht, offline gehen. Ganz bewusst Aktivitäten pflegen, die nicht leistungsbezogen sind, sondern einfach nur Freude machen, zum Beispiel Musik machen, Tanzen, Malen, Schreiben, Bewegung, Sport treiben. Wichtig: ohne Leistungsdruck!

 

Eine Entspannnungstechnik lernen, wie das Autogene Training, Selbsthypnose, Yoga oder Meditation. Solche Techniken helfen Stress zu bewältigen oder das Stresserleben gar nicht erst entstehen zu lassen.

Sie helfen auch körperliche Störungen und Schlafstörungen zu verhindern.

Sinnvoll ist es sich eine solche Technik anzueignen, sodass man sie dann in Zeiten besonderer Belastung einsetzen kann. All diese Techniken bedürfen einer gewissen Übung.